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KDV: So geht's!

Reservist*innen sind tauglich gemustert, haben einen Kriegsdienst bei der Bundeswehr geleistet und das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet (ResG § 4). Die Wehrpflicht gilt für Reservist*innen im Spannungs- und Verteidigungsfalle allerdings nur bis Vollendung des 60. Lebensjahres. Ein KDV-Verfahren, um kein Teil mehr des Militärs zu sein und nicht mehr für den Dienst an der Waffe eingezogen werden zu können, ist möglich. Alle Infos dazu findest du auf dieser Website.

Für das KDV-Verfahren sind folgende Unterlagen notwendig:

1. Antrag auf Kriegsdienstverweigerung

Ein kurzes Anschreiben in dem folgender Satz enthalten sein muss: „Hiermit verweigere ich den Kriegsdienst aus Gewissensgründen und berufe mich dabei auf das Grundgesetz Artikel 4 Absatz 3.“

2. Schriftliche Begründung

Grundlage für deine Kriegsdienstverweigerung ist deine Gewissensentscheidung – sie steht im Mittelpunkt. Es gibt viele verschiedene Beweggründe, die deine KDV-Entscheidung beeinflusst haben: moralisch-ethische, religiöse, humanitäre, politische…Gründe. Jeder hat seine eigene Geschichte. In deiner Begründung musst du also darlegen, warum dir dein Gewissen zwingend verbietet einen Dienst mit der Waffe zu leisten. Du musst deine Umkehrentscheidung, warum du damals zur Bundeswehr gegangen bist und heute den Kriegsdienst mit der Waffe verweigerst, darlegen. Falls ein Schlüsselerlebnis für dich entscheidend war, kannst du dies ausführlich darlegen. Die KDV-Begründung sollte mehrere DIN-A4-Seiten umfassen, muss ausführlich und individuell verfasst sein – verwende dabei die „ich“-Form (keine Textbausteine aus dem Internet oder KI-generierte Begründungen verwenden – diese werden von den Prüfer*innen erkannt und Anträge/Begründungen dann abgelehnt).

Beispiele und Tipps für deine Begründung

„Wenn ich Bilder über Kriegshandlungen im Fernsehen oder in den sozialen Medien sehe oder darüber lese und mir vorstelle, ich müsste mich daran beteiligen, dann käme ich in Gewissensnot. Ich kann es nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren, mich an Kriegen zu beteiligen.“

„Wenn Soldat*innen über ihre Erfahrungen in Kriegseinsätzen berichten und ich mir vorstelle, ich müsste als Reservist*in diese Kriegshandlungen unterstützen, kann ich das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren und würde in eine Gewissensnot geraten.“

Wenn es mehrere Beispiele gibt, sollten sie genannt werden, wichtig ist aber das entscheidende auslösende Moment für die Antragstellung. Dies kann etwa ein Erlebnis im Zusammenhang mit Leben oder Tod sein, die Geburt eines Kindes oder der Tod eines Angehörigen. Es muss der Zusammenhang zwischen dem auslösenden Ereignis und dem Reservedienst bei der Bundeswehr hergestellt werden.

Die Beispiele in der Begründung dürfen jedoch keine Zweifel an der Wahrheit der Angaben aufkommen lassen. Wenn Reservist*innen zum Beispiel darlegen, dass ihr Gewissen es ihnen bereits seit ihrer Jugend verbietet, Kriegsdienst an der Waffe zu leisten, kann das nicht den Tatsachen entsprechen, denn sie haben sich als Soldat*innen bei der Bundeswehr ausbilden lassen und bereits Kriegsdienst an der Waffe geleistet.

Das Ereignis, das zur Gewissensentscheidung den Kriegsdienst zu verweigern zwingt, sollte höchstens einzelne Wochen vor der Antragstellung gewesen sein – sonst ist der Gewissenszwang nicht glaubhaft.

Nachdem du deine Begründung geschrieben hast, kannst du sie uns schicken und wir schauen sie durch und geben dir gegebenfalls noch Tipps – bitte wende dich an den/die Kriegsdienstverweigerungs-Berater*in in deinem Bundesland:

Baden-Württemberg

ba-wue@dfg-vk.de
kdv-freiburg@dfg-vk.de
kdv-mittelbaden@dfg-vk.de
kdv-karlsruhe@dfg-vk.de
kdv-konstanz@dfg-vk.de
kdv-heidelberg@dfg-vk.de (für die Regionen Heidelberg, Leimen, Wiesloch, Sinsheim, Neckargemünd, Eberbach)
kdv-mannheim@dfg-vk.de (für die Regionen Mannheim, Weinheim und Viernheim sowie Ludwigshafen)
kdv-villingen-schwenningen@dfg-vk.de (für Villingen-Schwennigen und den Schwarzwald-Baar-Kreis)
kdv-beratung-herrenberg@vodafonemail.de

Bayern

kdv-bayern@dfg-vk.de

Berlin und Brandenburg

kdv-berlin@dfg-vk.de
info@idk-berlin.de (Internationale der Kriegsdienstgegner/innen e.V. IDK – Berlin)

Bremen

kdv-bremen@dfg-vk.de

Hamburg und Schleswig-Holstein

oldesloe@dfg-vk.de
hamburg@dfg-vk.de
luebeck@dfg-vk.de
flensburg@bundeswehrabschaffen.de
kiel@dfg-vk.de

KDV-Beratung vor Ort:

Hamburg:
Jeden Donnerstag um 18 Uhr
Stadtteilzentrum „Horner Freiheit“ (Am Gojenboom 46, U-Bahnhof Horner Rennbahn über der Bücherei und dem Café MAY), im Seminarraum im 1. Stock

Kiel:
Jeden Donnerstag um 19 Uhr
DFG-VK-Büro, Exerzierplatz 19

Hessen und Rheinland-Pfalz

kdv-ffm@dfg-vk.de
kdv-kassel@dfg-vk.de
kdv-trier@dfg-vk.de
kdv-suedpfalz@verweigern.info
kdv-mz-wi@dfg-vk.de (für Mainz, Wiesbaden und Umgebung)
hessen@dfg-vk.de
kdv-mannheim@dfg-vk.de (für Ludwigshafen)

Mecklenburg-Vorpommern

rostock@dfg-vk.de
kdv-neustrelitz@dfg-vk.de

Niedersachsen

kdv-braunschweig@dfg-vk.de
kdv-hannover@dfg-vk.de
kdv-lueneburg@dfg-vk.de
kdv-wendland@dfg-vk.de
kdv-landkreisharburg@dfg-vk.de
kdv-nds-hb@dfg-vk.de (bei Anfragen aus allen anderen Regionen des Bundeslands)

Nordrhein-Westfalen

DFG-VK NRW
Braunschweiger Str. 22
44145 Dortmund
kdv-nrw@dfg-vk.de
0231/818032

kdv-bonn@dfg-vk.de (für Anfragen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis)
verweigern@friedenkoeln.de (für Anfragen aus Köln, dem Rhein-Erft-Kreis, dem Rheinisch-Bergischen und dem Oberbergischen Kreis)
kdv-aachen@dfg-vk.de (für Anfragen aus und rund um Aachen)
kdv-beratung.owl@dfg-vk.de (für Anfragen aus Bielefeld, Herford, Paderborn, Detmold, Gütersloh, Minden, Bad Salzuflen, Lemgo und Umgebung)
kdv-nrw@dfg-vk.de (für Anfragen aus allen anderen Städten und Kreisen in NRW)

Sachsen

Region Dresden/östliches Sachsen: schwarz@dfg-vk.de

Für alle anderen Städte/Regionen in Sachsen: ost@dfg-vk.de, +4915206699079

Sachsen-Anhalt

kdv-san@dfg-vk.de

Saarland

saar@dfg-vk.de

Thüringen

kdv-thueringen@dfg-vk.de

3. Tabellarischer Lebenslauf

Der Lebenslauf sollte deine wichtigsten Lebensdaten ohne größere zeitlichen Lücken enthalten. Begebenheiten, die in einem Zusammenhang zu der Kriegsdienstverweigerung stehen könnten, solltest du im Lebenslauf nennen. Wenn du alle Unterlagen zusammen hast, musst du sie (am besten per Einschreiben mit Rückschein) an das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr, Militärringstraße 1000, 50737 Köln schicken.

Hier ist nochmal der gesamte Ablauf einer Kriegsdienstverweigerung als Reservist*in grafisch dargestellt:

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